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Hallo Zuchtfreunde,
mittlerweile ist die Zuchtsaison, bis auf wenige Ausnahmen, fast beendet. Jedenfalls wird es schwer, jetzt oder später geborene Jungtiere noch bis zu den Oktober/November-Schauen "fit" zu bekommen. Es reicht vielleicht noch für Dezember oder für die Landesschauen im Januar. Besonders den Rammlern fehlt es dann noch an der gewünschten Kopfbildung.
In vielen Zuchten sind bereits genügend Jungtiere vorhanden, so dass diese Züchter wieder aus dem "Vollen" schöpfen können. Bei mir sieht es erheblich schlechter aus.
Zunächst hatte ich ja aufgrund meiner gesundheitlichen Probleme nur 6 Zuchthäsinnen behalten. Ich wollte auch nicht sehr viele Jungtiere haben, dass es aber so wenige wurden, hatte ich mir auch nicht gewünscht.
Im November hatte ich mit dem Eindecken der Althäsinnen begonnen, es wurde jedoch keine tragend. Dann hatte ich mir von der Bundesschau in Erfurt einen Virus mitgebracht, d.h. die Tiere die dort auf der Ausstellung waren, frassen nicht mehr und es dauerte 5-6 Tage, bis sie wieder anfingen.
Mittlerweile hatte es auch die zu Hause gebliebenen Häsinnen erwischt, sie frassen auch nicht mehr und die tragenden Häsinnen hatten Abort.
So dauerte es bis Anfang Januar, bis ich die Häsinnen wieder eindecken lassen konnte. Dass die Wurftermine dann in den eiseskalten Februar fielen, konnte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Bei Temperaturen bis -17 Grad konnten frisch geborene Jungtiere in einem Aussenstall, wie ich ihn besitze, nicht überleben.
Also kamen alle negativen Dinge zusammen. Ein so schlechtes Zuchtjahr, mit so wenigen Jungtieren habe ich noch nie gehabt. Das ist meine ganze "Ausbeute":
Dezember: 0 Jungtiere
Januar: 5 Jungtiere
Februar: 10 Jungtiere
März: 12 Jungtiere
Insgesamt also 27 Jungtiere, das ist eine wirklich magere Ausbeute.
Ich hoffe jetzt noch auf ein paar Jungtiere im April, die jedoch für die frühen Ausstellungen viel zu jung sind.
Und wenn es dann nicht läuft, geht auch gar nichts. Eine Häsin hatte einen schönen 8er Wurf geboren, 2 Tage später lag die Häsin tot im Stall, an der Blume und den Hinterläufen alles voller Blut.
Was jetzt mit den Jungtieren machen? 2 Tage davor hatte eine Häsin geworfen, leider nur 2 Jungtiere, von denen auch noch eines tot war. Also habe ich ihr das eine Jungtier weggenommen und die 8 Jungtiere ins Nest gelegt. Da die Häsin aber im ersten Wurf nur 4 Jungtiere mit Mühe aufgezogen hatte, war mir bekannt, dass sie nur wenig Milch hatte.
Jetzt kam mir der Gedanke die Jungtiere mit Flaschenaufzucht zu unterstützen. Ich kaufte in einem Geschäft für Kleintiernahrung ein Sauger-Set und Katzenmilch. Die rührte ich mit warmen Wasser an und reichte es abends den Jungtieren.
Es war zunächst eine mühsame Arbeit, weil sie nicht richtig nuckeln wollten, pro Jungtier benötigte ich ca. eine Viertelstunde. Ich war schon froh, wenn sie dann ein paar Milliliter getrunken hatten. Dann kamen sie zurück ins Nest und bekamen am anderen Morgen die Milch der Amme.
Ich hatte die Amme eine Nacht in eine Kiste gesetzt, damit sie in den morgendlichen Säugerhythmus kommt. Diese Combiaufzucht klappt prima, die Jungtiere sind bereits 17 Tage alt und haben keine Rückstände gegenüber anderen Jungtieren. Auch das eine Jungtier, was ich der Häsin weggenommen hatte, habe ich so aufgezogen, es hat sich prima entwickelt und wartet schon morgens und abends sehnsüchtig auf seine Flasche.
Im Alter von ca. 2 Wochen kennen sie das Trinken aus der Nuckelfrasche schon genau und in kürzester Zeit sind 20 Milliliter Katzenmilch ausgetrunken.
Wie ihr den Fotos entnehmen könnt, sind die Jungtiere schon ganz gierig auf ihre Flasche.
Ewald Kremer
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